Opferbetreuung durch das Justizhaus

Terroranschläge von Brüssel: Prozess startet im Oktober 2022

Der Prozess um die Terroranschläge von Brüssel am 22. März 2016 startet im Oktober 2022. Auch die Opferbetreuung des Fachbereichs Justizhaus ist in die laufenden Vorbereitungen involviert.

Foto von drei Armen, die sich gegenseitig mit den Händen an den Handgelenken festhalten.

Aufgabe der Justizassistenten der Opferbetreuung ist es, Opfer einer Straftat zu informieren, zu begleiten und ihnen Orientierung zu geben, um sie bei der Verarbeitung des erlittenen Schadens zu unterstützen. Die Opferbetreuung wird entweder auf Anfrage der Opfer oder der Staatsanwaltschaft aktiv.

Nach den Terroranschlägen in Brüssel am 22. März 2016 hat die Opferbetreuung des Justizhauses in Absprache und Zusammenarbeit mit den Kollegen der Französischen Gemeinschaft und der Flämischen Gemeinschaft die Intervention für die deutschsprachigen Opfer übernommen, diese kontaktiert und ihnen eine Unterstützung angeboten. Sechs Jahre nach den Anschlägen ist es nun die Aufgabe der Justizassistenten, die Opfer auf deren Wunsch hin während des Assisen-Prozesses, welcher im Oktober 2022 startet, zu begleiten.

Intensive Vorbereitungen

Ein Prozess solchen Ausmaßes bedarf gründlicher Vorbereitungen. Um auch den Aspekt der Opfer bestmöglich mit in die Vorbereitungen des Prozesses einzubeziehen, finden zurzeit regelmäßige Konzertierungen mit der Föderalstaatsanwaltschaft und Termine unter den drei Gemeinschaften statt. Konkret werden beispielsweise Briefe mit Informationen an die Opfer verfasst. Auch innerhalb des Justizhauses hat sich eine kleine Arbeitsgruppe gebildet, die sich um die internen Vorbereitungen kümmert.

Erfahrungsaustausch in Paris

Zudem waren die Mitarbeiterinnen dieser Arbeitsgruppe gemeinsam mit Kollegen der anderen beiden Gemeinschaften auf Dienstreise in Paris. Dort sind sie mit dem Pariser Opferhilfsdienst „Paris Aide aux Victimes (PAV)“ in Kontakt getreten. Dieser Dienst ist zurzeit in den Prozess um die Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris involviert und hat eine ähnliche Aufgabe wie es die Opferbetreuung in Belgien hat. Ziel war es, zu erfahren, wie dieser Dienst und seine Mitarbeiter mit der Situation umgehen und von ihren Erfahrungen zu profitieren.